Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Workshop des Erinnerns: wo die Jungen etwas vom Horror der Alten erfahren

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Im Palais Epstein neben dem Parlament streckt ein Bursche mit blauem Kapuzenpulli dem alten Mann ein Mikrofon entgegen, er fragt: "Was war ein Ereignis, das Sie sich besonders gemerkt haben?“ Dass er es damals fast nicht geschafft hätte, zum Bahnhof zu kommen, antwortet der Mann, denn hätte er den Zug nach Triest nicht erreicht, wäre er heute tot. Der alte Mann heißt Ari Rath, als er 1938 aus Wien vor den Nazis flüchtete war er etwa so alt wie der Bursche mit dem Kapuzenpulli. Später wurde Rath Chefredakteur der Jerusalem Post, heute ist er als Zeitzeuge geladen und sagt zu den Schülern im Sesselkreis: "Ich bin so angenehm überrascht, was ihr lernt. Zu viele Jahre hat man in Österreich zu viel verdrängt.“

Vor genau 75 Jahren marschierten die Nazis in Österreich ein und annektierten das Land. Anlässlich des traurigen Jubiläums hat das Parlament einen eigenen Demokratiewerkstatt-Workshop konzipiert, der Schüler mit NS-Opfern wie Rath oder dem Spiegelgrund-Überlebenden Fritz Zawrel zusammenbringt. Dort sollen die Jungen aus den Erfahrungen der Alten lernen, damit sich die Katastrophe der Vergangenheit nicht wiederholt. F

Anmeldungen für Schulklassen unter demokratiewerkstatt@parlament.gv.at


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