Mediaforschung  Verführungskolumne

Die Menschheit frisst um 1 Euro, das gehört anständig beworben

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Geschichte wiederholt sich. Was wir bereits hatten: Rindermassenschlachtungen nach dem BSE-Skandal. Den Kunstkäseskandal. Die Geflügelmassenschlachtungen nach dem Vogelgrippevirus. Den Pferdefleischskandal. Und irgendwann schrieb Jonathan Safran Foer "Tiere essen“ - ein heftig diskutiertes Buch über die Fleischindustrie.

Immer wenn es medial hochkocht, was da auf unseren Tellern landet, reden die Menschen über den menschengemachten Wahnsinn. Über Monokulturlandschaften. Über die hochgezüchteten Hormonbomben in den Tierfabriken. Über Gentechnik. Und darüber, dass alles immer billiger wird, zulasten der Umwelt, der Pflanzen, der Tiere, der Gesundheit der Menschen. Wenn wieder alles gesagt wurde, frisst die Menschheit weiter wie bisher. Man isst seine Wurst, weil einem eh alles wurscht ist.

McDonald’s lancierte nun eine Kampagne für den neuen Ranchburger - "köstliches Schweinefleisch“ und Zwiebel zwischen zwei Weißbroten. Weil der Konzern zeigen wollte, wie billig er es gibt, druckte er einen Vergleich aufs Plakat. Rechts: "Ranchburger für 1 Euro“, darunter ein Bild des Snacks. Links: "Wurstsemmel für 1 Euro“, darunter eine Semmel mit Gurkerl, aber ohne Wurst. Auf Facebook regte sich massiver Protest wegen des verzerrenden Preisvergleichs. Schließlich teilte McDonald’s mit, die Kampagne auslaufen zu lassen. Für Mäci-Fans, die ein Ende des Ranchburgers befürchteten, gab der Konzern Entwarnung: "Keine Sorge. Den Burger gibt’s eh weiterhin.“ Um einen Euro.


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