Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

TV-Kolumne

Ein spannender Krimi: Das war der letzte Tatort "Willkommen in Hamburg“ mit Til Schweiger in der Hauptrolle. Regisseur Christian Alvart hatte den ebenso bekannten wie belächelten Schauspieler als ballernden Actionhelden in der Tradition von "Tatort“-Kommissar Schimanski in Szene zu setzen. Gewaltbereite Einzelgänger im Dienste des Staates wurden in der Serie längst durch alkoholentwöhnte Melancholiker, selbstironische Feministinnen und Verdi hörende Ästheten abgelöst. Was also tun mit einem Retro-Macho?

Es gab zwar fast nur Frauenfiguren, die in das Klischee blond-scharf-untergewichtig passten; man nannte sie "Broschen“. Der Kerker jugendlicher Prostituierter schaute aus wie eine Model-WG. Und das Kommissarsgesicht war wohl durch Botox vor Verletzungen gefeit. Aber immerhin hatte dieser "Tatort“ für das deutsche Fernsehen seltene Qualitäten: ein hohes Tempo ohne Gezappel und schöne Stadtansichten. F


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