Ein Tausendsassa, dieser Hundertwasser

Feuilleton | Plädoyer: Matthias Dusini | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Der Lebensreformer Friedensreich Hundertwasser stand für Spiralkitsch und Öko-Spießertum. Eine Ausstellung rehabilitiert ihn als Künstler

Im Ernst: Wer braucht heute noch Hundertwasser? Der als Friedrich Stowasser geborene Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) gilt kritischen Zeitgenossen als Müllverbrennungsanlagenbehübscher und Kitschproduzent. Einer, der gegen die neuen Autokenntafeln der EU agitierte. Ein Ökospießer.

Der von Hundertwasser und dem Architekten Josef Krawina gestaltete "natur- und menschengerechte“ Gemeindebau in der Löwengasse (1983-86) ist zwar noch immer eine touristische Attraktion, Architekturkenner erblicken darin aber eher ein Symbol für die ästhetische Ignoranz der Wiener Sozialdemokraten, die dem Künstler seinerzeit die Lizenz zum Planen gaben.

13 Jahre nach dem Tod des Künstlers ist die Nachfrage nach Hundertwasser-Merchandising gesunken: Die Porzellanfiguren und Seidentücher bleiben in den Shopregalen liegen. Die tausenden Touristen kommen, um


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