Im Boxklub unter den Bahngleisen trainieren junge Männer, um es dem Leben heimzuzahlen

Filmkritik: Michael Pekler | Feuilleton | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Die Erfahrung ist ein Kamm, den dir das Leben schenkt, wenn du bereits eine Glatze hast.“ Wer derartige Weisheiten parat hat, verfügt wohl selbst über einige Lebenserfahrung. Nach 150 Kämpfen arbeitet der grauhaarige José als Trainer in einem Boxclub mitten in Buenos Aires. Im Lauf seiner Karriere hat er die ganze Welt gesehen und gibt nun sein Wissen an die jungen Männer weiter, die vom großen Erfolg träumen. Boxen ist für ihn Charaktersache, und er weiß genau, was in seinen Schülern vorgeht: "Sie würden alles geben, um es dem Leben heimzuzahlen.“ Was hier zählt, ist nicht der Kampf im Ring, sondern das Ringen mit dem Leben.

Der Österreicher Jakob Weingartner hat für seinen Dokumentarfilm "Boxeo Constitución“ einige dieser jungen Männer begleitet, die im Gimnasio de Boxeo Ferrobaires, einer unter den Gleisen des Bahnhofs Constitución gelegenen Boxhalle, für ihren ersten Kampf trainieren. Die dunkle Halle, in der bei Regenwetter das Wasser am Boden steht und regelmäßig

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