Kinderbuch der Stunde

Satan besucht das österreichische Eseldorf

Feuilleton | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Österreich lag weit abseits von der Welt und schlief; in Österreich war noch Mittelalter, und es sah aus, als sollte es ewig dabei bleiben.“ In Mark Twains posthum veröffentlichter Erzählung "Der geheimnisvolle Fremde“, die mit diesem Satz beginnt, dient der düstere alpenländische Schauplatz als Hintergrund einer Parabel.

Von September 1897 bis Mai 1899 lebte Twain (1835-1910) in Wien mit Sommersitz in Kaltenleutgeben, also zu einer Zeit, als keine Hexen mehr verbrannt wurden, aber der Horizont noch eng war und Twain sich veranlasst sah, den Antisemitismus eines Karl Lueger öffentlich zu geißeln.

Wie so oft in Twains Werken bekommen wir die Geschichte aus der Sicht eines Adoleszenten erzählt, der noch voller Neugier und mit unzähligen Fragen in die Welt blickt. Der Icherzähler Theodor Fischer lebt in Eseldorf, einem "Paradies“, wo die Buben nicht mit "übermäßiger Schulbildung geplagt“ und vor allem dazu erzogen werden, gute Christen zu sein. Aber genau hier beginnt das


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