Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Benimmfibel für Großstadtmenschen (105)

Herr G. möchte wissen, ob er als Vegetarier "ab und zu“ vielleicht auch einmal eine Ausnahme machen darf?

Diese Frage muss man mit einem definitiven, lautstarken "Jein“ beantworten! Es muss nämlich geklärt werden, welche Motivation hinter ihrem Vegetarismus steckt. Sind Sie der Anprangerung und Verhinderung des Tierleids wegen Vegetarier, so lautet die Antwort schlichtweg Nein. Immerhin haben die Kalbsvögerl - bloß weil sie Sie heute so besonders anduften - um nichts weniger gelitten als sonst, wenn Sie sich im Zaum haben. Genauso wenig, wie man nicht halbschwanger sein kann, kann man nicht Halbvegetarier sein. Haben Sie sich aber nicht aus Solidarität mit den tierischen Verwandten für den Vegetarismus entschieden, sondern beispielsweise der Gesundheit wegen, dann dürfen sie wohl Ausnahmen machen. Bloß: Bezeichnen Sie sich dann doch bitte nicht mehr als Vegetarier! F

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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