Hallo, Nachbarin!

Stadtleben | Reportage: Sibylle Hamann | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Von wegen integrationsunwillig: Am Schöpfwerk kümmern sich Frauen um ihre Nachbarinnen

Plötzlich Unruhe. Eine Frau krümmt sich, hält sich den Bauch, sie gleitet vom Sessel auf den Boden herunter, ächzt, stöhnt, jammert. Jetzt liegt sie schon ganz ausgestreckt da, in ihrem langen schwarzen Mantel und abgewetzten Kunststoffslippern, das Kopftuch ist halb verrutscht. Sie wird um die 50 sein, fleckiges Gesicht, zusammengekniffene Augen. Jemand legt ihr eine Jacke unter den Kopf, hält ihr die Hand, eine andere bringt ein Glas Wasser, aber das klagende Stöhnen hört nicht auf.

Es tue ihr alles weh, erklärt eine Verwandte entschuldigend. Es tue ihr ständig alles weh. Hier, das Sackerl aus der Apotheke, das haben die beiden eben erst geholt: Schmerzmittel sind drin, Schlafmittel. Die nimmt sie, aber die helfen nichts, ändern nichts. Es tue weiterhin weh, beim Aufwachen, beim Einschlafen, und auch die ganze Zeit dazwischen. Was kann man da bloß tun?

Die Ärztin Christine Scholten hat mit


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