Ich koch dich Glückskeks

Stadtleben | Lokalkritik: Florian Holzer | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Das klassische Restaurant ist tot. Essen bei Freunden lebt. Jetzt im Achten

Wenn Una Abrahams kleines, neues Wohnzimmerlokal jeden Abend rappelvoll ist und man im zweifellos erstklassigen Gourmetrestaurant gleich daneben Rollschuh laufen könnte, weil die Speisesäle so leer sind, dann darf man das schon irgendwie als Signal sehen: Steife Atmosphäre, große Karte, devoter Service, höfisches Zeremoniell und großes Trara werden an Kundschaft verlieren, Ungezwungenheit, Individualität und Enthusiasmus werden in Zukunft gastronomisch Punkte machen (mit einer sicher recht langen Übergangszeit, weiß eh).

Weshalb auch die Brüder Roman und Peter Steger und Simon Siebdraht kein Lokal machten, wie Lokale bisher waren, sondern einen kulinarischen Partykeller gewissermaßen. Ihr seit einem Monat laufendes Lokal Speisekammer ist von außen kaum zu sehen, und hat man das Restaurant im Souterrain einmal ausgemacht und betreten, kommt man in ein ein bisschen wie eine kontemporäre Fahrradwerkstatt


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