Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Der Tanz ums Spiel

Steiermark | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

350.000 Euro will ein ehemaliger Spielsüchtiger vom Novomatic-Konzern zurück - er sei aufgrund seiner Sucht nicht geschäftsfähig gewesen. Außerdem will er laut Kleiner Zeitung vor Gericht beweisen, dass bei den Automaten in kürzester Zeit viel mehr Geld als erlaubt verspielt werden kann. Ein Bürger setzt sich also dem Kampf mit dem Giganten aus, den die Landespolitik scheut. Dabei hat vor einem Jahr auch die steirische SP-Basis beim Landesparteitag die Abschaffung des kleinen Glücksspiels gefordert - als zweite Landespartei nach Wien. Passiert ist seither nichts.

Dabei hat die Steiermark die höchste Dichte an Spielautomaten. Die alten Bewilligungen laufen Ende 2015 aus, nun steht die Frage an, ob und wie viele Lizenzen die Steiermark künftig für das kleine Glücksspiel vergeben will. Sie könnte es machen wie Wien: Die Stadt wird keine Lizenzen vergeben, das fordert für die Steiermark auch die KPÖ. Damit ist Wien zwar nicht automatisch glücksspielfrei, denn auch der Bund darf eine gewisse Zahl an Automaten aufstellen. Aber es wird weniger Automaten geben, zumal in Beisln, wo es an Spieler- und Jugendschutz besonders hapert.

Allerdings wird es die Steiermark Wien kaum gleichtun. Die ÖVP will sowieso nicht auf die Vergabe verzichten, auch für die SPÖ hat Landeshauptmann Franz Voves das schon einmal erklärt. Kurz vor Beginn der Landtagsverhandlungen ist nun aus dem SP-Klub zu hören, es müsse sowieso eine Bundesregelung geben, etwas anderes habe keinen Sinn. Blöd nur, wenn die Steiermark die Lizenzen vergibt und dann auch die nächste Bundesregierung nichts tut, um das Glücksspiel einzuschränken. Die rote Basis wird sich bedanken. F


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