Familienzusammenführung im Viertel

Mit der Eröffnung des Naturkundemuseums ist das Joanneumsviertel nun endgültig komplett

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Dem Vernehmen nach dürfte noch bis zur letzten Minute gehämmert und gebohrt werden, aber am Freitag darf sich das Naturkundemuseum nach vierjährigen Renovierungsarbeiten endlich der Öffentlichkeit präsentieren (19 Uhr). Untergebracht im barocken Lesliehof in der Raubergasse, konnte es zwar nicht termingerecht zur Eröffnung des Joanneumsviertels vor mehr als einem Jahr herausgeputzt werden, jetzt aber werden die naturkundlichen Sammlungen in neuem Glanz erstrahlen. Nichts weniger als den "Blick zurück über Hunderte von Millionen Jahren bis zu Herausforderungen der Gegenwart" möchte das Museum riskieren. Und klar: Nur die interessantesten Objekte der Sammlungen kommen in der "multidisziplinären" Dauerausstellung zum Zug. Die Technik ist so richtig modern, es gibt Stationen zum Selberforschen, die Räume sind thematisch gegliedert. Auf rund 1500 m². Der Naturfreund kreischt!

Botanik, Geologie, Mineralogie, Paläontologie und Zoologie, alle Fachbereiche gewähren Einblick. Dabei wurde auch geklotzt: Mit einem 26 Meter langen gemalten Panorama der Erdgeschichte wird ein "monumentaler Akzent" gesetzt. Auch das Steiermark-Relief ist ein rechter Brocken: Selbst wenn die in den Jahren 1890 bis 1905 gefertigte dreidimensionale Reliefkarte der Grünen Mark inklusive der ehemaligen "Untersteiermark" im Maßstab 1:75.000 daherkommt, das Universalmuseum Joanneum sagt zur Mini-Steiermark aus Gips mit seinen sechs mal sechs Metern zu Recht und mit Stolz: Riesenrelief.

Ja, auf die Größe kommt es an: Riesenhirsch, Höhlenbär oder der große Fischsaurier, alles zu sehen. Und das Modell des steirischen Fanghafts, ein Kerbtier, der Gottesanbieterin nicht unähnlich? 100fach vergrößert! Aber bitte nicht auf die Skelette und Fellpräparate vergessen, auch sehr lehrreich. Von den Röntgenfilmen, die den Bewegungsablauf von Tieren zeigen, gar nicht erst zu reden. Apropos Bewegung: Das Naturkundemuseum will sich in Abständen immer wieder neu präsentieren.


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