Film Neu im Kino

Yes, we Kansas! "Zauberer von Oz"-Prequel, zu brav

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Neunzehnhundertneununddreißig entführte "Der Zauberer von Oz" uns aus bäuerlicher Biederkeit ins Bunte. Auch Sam Raimis Prequel zu diesem Fantasy-Klassiker führt aus Kansas (schwarzweiß wie einst) in "Die fantastische Welt von Oz". Wir erfahren, wie ein eitler Provinztrickmagier (engagiert: James Franco) Zauberlandesfürst wurde, wie eine Hutträgerin mit Latexhose und ihre clevere Schwester (Mila Kunis, Rachel Weisz) zur bösen Ost-und Westhexe mutierten!

Der alte Film ließ uns vom arbeitsteiligen Alltag in Soft-Psychedelik driften, der neue kehrt es um: Anfangs nette Hommage ans Illusionsshowbiz anno 1905, am Ende Antreten zum Arbeitsdienst im Krieg gegen Hexen. Die sind hier Feindbild, nicht Freaks. Alles an seinem Platz: Anspielungen auf die "Erfindung" von 3D-Kino, emsige Zwergerl, das Disney-Logo; es darf kurz ins Bild, nicht-weiße Statisterie auch. Danke, Master! With great power comes great responsibility: Das Motto von Raimis Spiderman ist auch Raimis Ansatz bei "Oz the Great and Powerful". Vorbei die queeren Idyllen und tollen Gesangskalauer von damals; nun bleibt alles groß, betulich und under the rainbow.

Derzeit im Kino (OF, 3D im Artis und Haydn)


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