Auf der ewigen Suche nach den braunen Flecken


Nachschau: Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Vor acht Jahren kündigte die ÖVP an, ihre NS-Kontinuitäten offenzulegen. Passiert ist es nicht. Warum?

Zum Beispiel Karl Schleinzer. Der ehemalige Parteiobmann der ÖVP hat sich nicht wirklich in die schwarze Parteigeschichte einprägen können. Dabei führte er die Bürgerlichen durch harte Zeiten, just als Bruno Kreisky das Land mit absoluter Mehrheit als Kanzler regierte. Schleinzer hätte im Wahlkampf 1975 gegen den Sonnenkönig antreten müssen, aber es kam nicht dazu. Er verunglückte bei einem Autounfall.

Was abseits der Expertenszene kaum einer weiß: Schleinzer war Mitglied der NSDAP. Am 1. September 1942 wurde der damals 18-Jährige mit der Mitgliedsnummer 9244264 registriert. Das macht aus ihm noch keinen überzeugten Nazi, eher einen jugendlichen Mitläufer. Interessant ist es dennoch. Vor allem, weil Schleinzer als ÖVP-Chef vehement die Annäherung an die FPÖ suchte.

Neben Schleinzer gibt es einige andere bekannte Namen in der ÖVP mit NS-Vergangenheit; Eduard Wallnöfer,

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