Der geniale Oligarch, der Putin unterschätzte

Politik | Rezension: Sebastian Huber | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Russlands Staatsfeind Nummer eins Michail Chodorkowski sitzt im Straflager und hat dort eine fulminante Autobiografie verfasst

Am 25. Oktober 2003 stürmte ein vermummtes Spezialkommando den Flughafen in Nowosibirsk und nahm das "geschickteste Raubtier“ des russischen Frühkapitalismus fest. Kantiges Gesicht, drahtige Statur, randlose Brille, am Tag seiner Verhaftung acht Milliarden US-Dollar schwer und 40 Jahre alt: Michail Chodorkowski. Der Chef des damals weltweit viertgrößten Erdölkonzerns Yukos wurde nach dem Zugriff des russischen Inlandsgeheimdienstes in zwei Prozessen verurteilt: wegen Steuerhinterziehung und wegen planmäßigen Betrugs.

Im Buch "Mein Weg“ meldet sich Chodorkowski direkt aus dem Straflager Nummer sieben in Karelien zu Wort. Seine autobiografischen Texte wechseln sich mit denen der russischen Journalistin Natalija Geworkjan ab. Auf mehr als 600 Seiten geben die beiden Einblick in die Ära des russischen "Wildost“-Kapitalismus. Eine Zeitspanne, die historisch


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