Wieder gelesen  Bücher, entstaubt

Energiewende, ganz dezentral

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Wie soll die Wende in Richtung erneuerbarer Energie gelingen? Der im Jahr 2010 überraschend verstorbene SPD-Politiker Hermann Scheer liefert in seinem Buch "Der energethische Imperativ“ eine klar ausformulierte Antwort auf diese Frage: Mittels garantierter Mindestpreise für Strom und bevorzugter Einspeisung ins Netz schafft der Staat einen Rahmen, in dem sich private Innovationen und Investitionen in erneuerbare Energie lohnen. Subvention sei das keine, hielt Scheer stets seinen Kritikern entgegen. Vielmehr stelle es Kostenwahrheit her, denn konventionelle Energie koste zehn- bis 20-mal mehr als den regulären Preis, wenn man soziale und ökologische Folgeschäden mitberechnet (siehe auch Seite 16).

2008 wäre es fast dazu gekommen, dass der "Sonnenpapst“, wie Scheer genannt wurde, seine Visionen umsetzen hätte können: Er war designierter hessischer Wirtschaftsminister einer rot-grünen Regierung, die aufgrund eines Verrats in der SPD nicht zustande kam.

Hermann Scheer: Der energethische Imperativ. Kunstmann, 270 S., € 13,40


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