Mediaforschung  Verführungskolumne

Ist das echt das Zillertal oder Photoshop, Herr Leitner?

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Da sitzt der Bursch auf einer saftiggrünen Wiese, hinter ihm, am Weidezaun, ein kleines, blondes Mäderl, die Scheune mit der Käsekammer und ansonsten nichts als Berge. So hoch, so grün, so strahlend, dass es schon fast kitschig ist. Die neue Heumilch-Kampagne sei aber nicht im Photoshop entstanden, "sondern ist genauso echt wie die Milch der Heumilch-Kühe“, sagt Lukas Leitner, Chef der Agentur Cayenne.

Mit dieser Idylle möchte Cayenne visualisieren, was die Heumilch von anderer Milch unterscheidet. "Heumilch ist ausschließlich Milch von Kühen, die im Sommer auf der Alm grasen und die im Winter nur mit getrocknetem Heu von heimischen Almen gefüttert werden“, sagt Leitner. Der Futterort ist auch Shooting-Location, die Bilder wurden im Tiroler Zillertal aufgenommen. "Wir zeigen mit unserem TV-Spot die Produktionsweise der Heumilchbauern, verpackt in eine Geschichte über den kleinen Buben“, sagt Leitner.

Weil bei Heumilch im Gegensatz zu konventioneller Milch keine Sojabohnen als Futter von Brasilien nach Österreich geschippert werden und die Milch in kleinen Bauernhöfen und nicht in Kuhmilchfabriken produziert wird, setzt Cayenne auf das Alpenpanorama. Gerade jetzt, wo ein Lebensmittelskandal den nächsten jagt, soll das Produkt möglichst naturnah präsentiert werden.

Seine Heumilchbauern seien aber die Ausnahme, sagt Werber Leitner: "In Europa sind nur mehr drei Prozent der produzierten Milch Heumilch, in Österreich sind es noch 15 Prozent.“


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