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Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

IT-Kolumne

Um manche Geräte ist es echt schade. Etwa den Wurlitzer, der in meiner Kindheit noch überall herumstand. Für ein paar Schillinge wählte man Musik von Freddy Quinn bis zu den Rolling Stones. Am lustigsten war immer, wer welche Songs mag. Hört der biedere Typ im Sakko "Junge, komm bald wieder“ oder doch "Paint it Black“?

Purer Anachronismus. Mein Handy kann heute eine Million mehr Songs abspielen als jeder Wurlitzer. Man muss keine Münze einwerfen, sondern ein Abo bei Onlinediensten wie Spotify oder Deezer abschließen - für 9,99 Euro im Monat. Doch eines frage ich mich: Wenn wir künftig alle Songs mieten, alle Filme runterladen und die Bücher am E-Book-Reader lesen, welche Gegenständen stellen wir dann in unsere Wohnung? Ich tippe auf den Vintage-Wurlitzer im Wohnzimmer. Der kann vermutlich gar keine Songs mehr abspielen, weckt aber sentimentale Gefühle. Um es mit Freddy Quinn zu sagen: So schön, schön war die Zeit!


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