Die Sprengkraft des Provinziellen und die Plastizität des Beiläufigen

Feuilleton | Joachim Schätz | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

:: Wenn in den letzten Jahren vom Fernsehen als besserem Kino die Rede war, wurde nur wenig über Regie geschrieben. Dabei wird etwa das US-amerikanische Serienwunder von einem ganzen Dezernat von Spielleitern getragen - darunter rasende TV-Spezialistinnen (Lesli Linka Glatter), eigenwillig gescheiterte Kinoregisseure (Keith Gordon, Tim Hunter) oder Grenzgänger aus dem Billigsegment (Brad Anderson) -, die zügig und mitunter einfallsreich Haus- und Reihenstile durchexerzieren wie einst im Hollywood der Studios.

Die Genannten werden ihn nicht kennen, aber Dominik Graf ist so etwas wie ihr Pate in München. Obwohl dezidiert Regisseur und nicht in erster Linie Autor - wie die Serienmacherstars des US-Qualitätsfernsehens -, wird Graf im deutschen Sprachraum als Auteur der von ihm inszenierten Folgen von "Polizeiruf 110“, "Tatort“ oder "Sperling“ wahrgenommen. Den renommierten Grimme-Preis hat er - gemeinsam mit Drehbuchautoren wie den langjährigen Komplizen Günter Schütter und Ralf


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