Mach dir nie mehr Sorgen um Geld

Feuilleton | Porträt: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Um das Theater im Nestroyhof zu finanzieren, hat Regisseur Frederic Lion in die eigene Tasche gegriffen

Zum Interview erscheint Frederic Lion mit einer Packung Nikotinkaugummi. Vor ein paar Wochen habe er zu rauchen aufgehört, erklärt der künstlerische Leiter des Theaters Nestroyhof Hamakom stolz. Für seinen Gast stellt er dennoch großzügig einen Aschenbecher auf den Tisch.

Lion ist unter Wiens Theaterdirektoren eine Ausnahmeerscheinung. Zwar hat auch er, wie alle seine Kollegen, jahrelang über zu geringe Subventionen geklagt. Mit 270.000 Euro im Jahr könne man keine Mittelbühne führen, meinte er immer wieder.

Zwei Jahre lang hat er es trotzdem getan. Und dann, im Herbst 2011, verriet er auf einer Pressekonferenz, wie das möglich war: Der Nestroyhof habe einen privaten Sponsor - Frederic Lion. Ein Theaterdirektor, der sein Budget zum Teil aus der eigenen Tasche finanziert: So etwas nennt man Alleinstellungsmerkmal.

Lions Outing war auch als Ultimatum zu verstehen. Der Nestroyhof-Leiter


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