Mehransichten eines Ausstellungsmachers

Feuilleton | Nachruf: Matthias Dusini | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Der Kurator Werner Hofmann war Österreichs wichtigster Kunstvermittler. Unter anderem brachte er die Moderne nach Wien

Auch bei seinen letzten Wien-Besuchen vermittelte der Kunsthistoriker Werner Hofmann jene Brillanz, die ihn zu einem der wichtigen Ausstellungsmacher und Kunstschriftsteller nach 1945 machte.

Seine ortsuntypische Heiterkeit und Gelassenheit im persönlichen Umgang machten vergessen, dass er seine Laufbahn im düsteren Nachkriegs-Wien begonnen hatte. In der Albertina kuratierte er 1949 seine erste Ausstellung, über Goethe und die bildende Kunst. Er machte daraus ein ideengeschichtliches Pasticcio, das Goethes "Urpflanze“ mit der Bildwelt Paul Klees und der Gestaltpsychologie kurzschloss.

Nachdem Hofmann in Wien mit einer Arbeit über den französischen Karikaturisten Honoré Daumier promoviert hatte, stand ihm eine Karriere als Museumsleiter offen. Nach fünf Jahren als Assistent an der Albertina hatte er genug vom "Zu- und Abschreiben“ und ging nach Paris. Über die


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