Neue Sachbücher

Feuilleton | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Kurz besprochen: gemischter Satz

NS-Kulturpolitik

Fritz Trümpi: Politisierte Orchester. Böhlau, 357 S., € 40,10

"Wer war denn schlimmer, die Wiener oder die Berliner?“, wurde der Schweizer Musikwissenschaftler Fritz Trümpi während seiner Arbeit oft gefragt. Der politischen Instrumentalisierung im Dienste der NS-Propaganda von 1933 bzw. 1938 an unterlagen beide Orchester, aber in unterschiedlicher Form. Das betrifft die Organisationsform und den in Wien nicht vorhandenen Widerstand gegen das NS-Regime im Umgang mit jüdischen Musikern.

Großen Raum nimmt in der Studie der Städtewettbewerb ein, in dem der NS-Staat die Orchester unterschiedlich positionierte: Während die Berliner "als Hort der deutschen Hochkultur“ zur Stabilisierung der NS-Herrschaft dienten, galten die Wiener als Beitrag zur kulturellen Bipolarität durch die Betonung der "besonderen Wiener Musikalität“. Das erste Neujahrskonzert mit Walzerschwerpunkt fand übrigens 1939 statt. Viele der Quellen hat Trümpi


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