Buch der Stunde

Viel Gefühl und ein paar Theorien zu viel

Feuilleton | Sebastian Kiefer | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Einer musste einmal die Kärrnerarbeit machen. Jan Plamper hat seine Jahre im Max-Planck-Projekt "Geschichte der Gefühle“ darauf verwendet und eine Londoner Professur als Lohn erhalten. Hunderte von Publikationen hat er in eine imponierende kritische Bestandsaufnahme all dessen verwandelt, was die verschiedensten Wissenschaften gestern (von Aristoteles an) und heute zum Thema Emotion behauptet und erschlossen haben.

Nirgendwo wird man eine klarere Darstellung der Rolle von Emotionen in der modernen Geschichtswissenschaft seit Lucien Febvre, nirgendwo ausführlicher die (meist moralischen) Motive und Thesen der ethnologischen Versuche aufgeschlüsselt finden, die Kulturrelativität der Gefühle und ihrer Ausdrucksweisen zu beweisen.

Der wertvollste Teil des Buches ist die ausführliche Darstellung der (neuro)biologischen und psychologisch-experimentellen Modelle der Emotion von Darwin bis zu Ekmans populärer These mimisch fassbarer Grundemotionen. Nach dieser hervorragend argumentierenden


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige