Nüchtern betrachtet 

Vom neuen Papst erwarte ich mir gar nix

Feuilleton | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Sieht man von verschobenen und schließlich abgebrochenen Skirennen ab, dann gibt es wohl keinen "Medienevent“, der so langweilig ist wie ein Konklave. Dabei spreche ich gar nicht vom Warten, ob der Nebel sich verzieht oder weißer Rauch aufsteigt, sondern von der gusseisernen Sturheit, mit der so getan wird, als gäbe es bis dahin überhaupt etwas zu berichten. Offenbar hat der ORF eigene Konklave-Korrespondenten, die aus diesem Anlass zum Einsatz gelangen. Konklave-Korrespondent ist freilich ein sehr frustrierender Job. Im Unterschied zum Prof. Filzmaier können die nicht tagtäglich ihre Fadgasschwaden verbreiten, sondern haben, wenn’s blöd läuft, auch mal sechsundzwanzigeinhalb Jahre gar nix zu tun. Da ist es nur allzu verständlich, dass die ordentlich auf den Gong hauen wollen, wenn sie endlich mal dran sind. Die Konklave-Korrespondenten sind quasi die Carl Palmers der Medienwelt.

Über das, was die Berufung des neuen Papstes oder die Wahl seines offiziellen Spitznamens nicht


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