Bis zum letzten Tropfen


Bestandsaufnahme: Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Das Stadthallenbad hätte vor mehr als einem Jahr eröffnen sollen. Dann trat ein bisschen Wasser aus. Warum ist es immer noch geschlossen?

Es begann mit den berühmten drei Tropfen, die das Becken zum Überlaufen brachten, oder vielmehr: die sich durch eine feine, unsichtbare Ritze den Weg durch Beckenboden und Beton bahnten, um auf der anderen Seite des 4-Millionen-Liter-Beckens, am Plafond der Garderobe, wiederum Tropfen zu formen und von dort - pitsch, patsch - alle paar Minuten zu Boden zu fallen.

Nur einen Viertelliter verliert der Pool auf diese Weise täglich. Es waren die letzten paar Tropfen, die die Lage endgültig aus dem Ruder laufen ließen, sie lösten die andauernde Schließung des damals kurz vor der Neueröffnung stehenden Stadthallenbades aus. Im August wird das Bad zwei Jahre geschlossen sein.

Seither sind viele Tropfen von der Decke geplatscht, aber Wiens größtes Hallenbad ist nach wie vor zu. Nicht nur wegen drei Tropfen. Die Geschichte ist eine lange Aneinanderreihung

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