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Der lange Schatten Adolf Eichmanns

Lexikon | Barbara Tóth | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Der Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in den Jahren 1960/1961 in Jerusalem wurde weltweit wahrgenommen. Erstmals wurde die Ermordung europäischer Juden offen ausgesprochen. Die Zeugenaussagen von Überlebenden machten die Grauen des Holocaust mit einem Mal greifbar. Sie ließen sich nicht mehr verdrängen und wegdrücken. Für Zeitgenossen und Nachfahren, egal ob von der Täter- oder Opferseite, war es mitunter der erste Anlass, um über damals zu sprechen. So wurde der Eichmann-Prozess zu einem Schlüsselereignis für die Aufarbeitung der NS-Zeit. Die internationale Tagung "Eichmann nach Jerusalem“ - veranstaltet vom Verein Gedenkdienst, dem Insititut für Zeitgeschichte der Universität Wien und dem Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien - geht der spannenden Frage nach, wie unterschiedlich die Causa Eichmann in Österreich, Israel und den USA wahrgenommen wurden.

Als Auftakt widmet sich das Tagungsprogramm am Freitag der "Jagd auf Eichmann“, also der Suche nach dem lange Jahre Untergetauchten. Am Freitagabend wird im Top-Kino der Film "Eichmanns Ende - Liebe, Verrat, Tod“ gezeigt. Bei der anschließenden Diskussion geht es um die "Taktiken medialer Inszenierungsformen“(Anmeldung dafür unter tagung@gedenkdienst.at).

Der Samstagvormittag steht im Zeichen der österreichischen Vergangenheitspolitik und des Falls Norbert Burger als Beispiel für einen fast unbehelligten nationalsozialistischen Täter in Österreich (Vortragende Karla Müller-Tupath, Bremen). Am Nachmittag geht es um die amerikanische Perspektive, allen voran um Hannah Arendt und ihr auf den Eichmann-Prozess basierendes Buch "Von der Banalität des Bösen“. Am Sonntagvormittag werden dann israelische, ungarische und west- sowie ostdeutsche Erinnerungskulturen vorgestellt.

Universitätscampus, Aula, Fr 15.00,

Sa 9.30, So 10.00


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