Musiktheater  Kritik

Welch ein Augenblick, noch nie so hoch besungen

Lexikon | aus FALTER 12/13 vom 20.03.2013

Herbert Föttinger verzichtet völlig konzis bei der Schlussszene des "Fidelio“, eigentlich einer Kantate, die nie zuvor und danach so komponiert wurde, überhaupt auf Inszenierung. Sie folgt dank schnellem Wechsel unmittelbar dem "Freude“-Duett, Solisten und Chor sind in Sonntagszivilkleidung aufgestellt. Gemeinsam mit dem Originalklang des Concentus Musicus gerät dies zur Sternstunde, nur der Minister ist kostümiert wie Beethoven. In der Lesart von Nikolaus Harnoncourt wird klar, dass auch die ersten Szenen überhaupt nichts Singspielhaftes an sich haben. Überzeugend L. Woldt in der Rolle des Kerkermeisters Rocco, auch Marzelline, Leonore und Florestan. Uniformen und Kanzleiordner verdeutlichen, dass das Geschehen in den Mauern eines faschistischen Gefängnisses spielt. GS

Theater an der Wien, So, Di, Do 19.00


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