Meinesgleichen Ein Streiflicht auf das Gute in der Welt

Falter & Meinung | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Manchmal muss man loben, was zu loben ist, auch wenn das bedeutet, Eulen nach Athen zu tragen. Zum Beispiel das "Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung, die beste Glosse in Zeitungen deutscher Zunge. Erscheint täglich, zaubert verlässlich ein Lächeln auf die Lippen seiner Leserschaft. Meist bezieht es sich auf bekannte Ereignisse. Mitunter aber bringt es Neuigkeiten, die einem sonst entgangen wären. Das "Streiflicht“ von vergangenem Montag handelt zum Beispiel umschweifig vom Zeitungssterben und zählt Gründe auf, warum Abonnenten die Dauerbeziehung zu ihrem Blatt kündigen. Um dann zu einem recht besonderen Abonnenten umzuschwenken, der eben sein Zeitungsabo gekündigt habe.

Der Papst selbst war es, der aus Rom in Buenos Aires anrief, um seinem Zeitungshändler Mitteilung zu machen, dass er sein Abo nicht mehr weiter beziehen könne. Wegen Umzugs. Ob der Papst die Zeitung als E-Paper lesen werde, darüber könne nur spekuliert werden, es sei aber aufgrund der Fülle seiner Amtsgeschäfte eher nicht anzunehmen. Daniel Del Regno, der argentinische Zeitungshändler, der "nach dem Anruf aus Rom weinend zusammengebrochen“ sei, vor Glück nämlich, berichtet ein interessantes Detail. Die Zeitung sei mit einem Gummiband zusammengespannt gewesen, und der Papst habe, noch als Kardinal Bergoglio, die Gummibänder immer am Monatsende dem Zeitungshändler zurückgebracht. Zur weiteren Verwendung. Das Gute in der Welt lebt. Wie das "Streiflicht“ zeigt. F


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