Kommentar Bildungspolitik

Kindern Zeit geben: warum ein flexibler Schulanfang sinnvoll ist

Falter & Meinung | Ingrid Brodnig | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Kleingewachsen, etwas zappelig und nicht der Geschickteste, wenn er mit der Schere hantieren musste. Zum Schulanfang tat sich der sechsjährige Simon noch ein bisschen schwer. Die Lehrerin war skeptisch und wollte ihn lieber in die Vorschule schicken, aber die Eltern protestierten heftig und meinten, ihr Bub werde das schon noch aufholen. Sie behielten recht. Heute ist Simon nicht nur einer der Größten in der Klasse, sondern auch den anderen Problemen entwachsen. Ein ganz normaler, aufgeweckter Schüler.

Von Kindern wie Simon erzählen progressive Lehrer und Schulforscher gerne, wenn sie eines verständlich machen wollen: Die kindliche Entwicklung ist kein stromlinienförmiger Vorgang, bei dem alle Kinder exakt gleich heranreifen und zur selben Zeit dieselben Fähigkeiten entwickeln.

Doch leider tut unser Schulsystem im Kern noch immer so, als wären alle Sechsjährigen total gleich, und setzt sie gemeinsam in die erste Klasse. Die Siebenjährigen landen in der zweiten Klasse, die Achtjährigen


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