Kolumne Außenpolitik

Mit Zypern steht der Frieden im Mittelmeer auf dem Spiel

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Das Herzschlagfinale um Zypern hat den Europäern viel erspart. Es muss nicht mehr darum gerungen werden, ob sich eine Währungsunion den Verlust eines angeschlagenen Mitglieds leisten kann. Die europäische Einlagensicherung hält. Es sollte möglich sein, Banken auf sozial verträgliche Art zuzusperren. Genauso sollte in Zukunft in der EU die Bankenunion funktionieren. Nur eben automatisch und ohne nationalistische Begleitmusik.

Denn Zypern ist nur der vorläufige Endpunkt einer längeren Entwicklung. Die levantinische Konfusion lässt es leicht vergessen: Panische Menschenschlangen vor Bankschaltern sah man in Europa erstmals im kühlen Norden. Anfang 2008 hoben Kunden der angeschlagenen Northern Rock Bank in Großbritannien innerhalb von Tagen zwei Milliarden Pfund ab. Die Bank of England ließ tonnenweise Pfundnoten in die Filialen bringen. In Irland, das als aktuelles EU-Vorsitzland in den Zypern-Verhandlungen hautnah mit dabei ist, erinnert man sich an eine Nacht im September 2008.


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