"Die Finanzminister mussten jemanden im Süden bluten lassen“

Politik | Interview: Wolfgang Zwander | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Wolfgang Streeck über die Krise des demokratischen Kapitalismus, das Zypern-Fiasko, die Cash-Griechen und Audis zu Festpreisen

Der deutsche Soziologe Wolfgang Streeck gilt als wichtigster Denker der "wettbewerblichen Solidarität“ und der "marktförmigen Sozialpolitik“ und zählt weltweit zu den prononciertesten Kritikern der aktuellen EU-Politik.

Falter: Herr Streeck, die EU hat das kriselnde Griechenland in den vergangenen Jahren mit mehr als 150 Milliarden Euro gestützt. Warum drohte die Euro-Krise nun wegen 17 Milliarden Euro für Zypern zu eskalieren?

Wolfgang Streeck: Die Zypern-Krise zeigte die Ratlosigkeit der EU und der europäischen Regierungen. Die Regierenden im Norden haben Angst vor ihren Wählern, denen der Sinn der Euro-Rettung nicht mehr klargemacht werden kann, auch wenn es nur um vergleichsweise kleine Beträge geht. Der Druck, der daraus für die Politiker entsteht, wird von oben nach unten durchgereicht: von den Ministerpräsidenten an die zypriotische Regierung,


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