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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Einblick in die Welt der Milliardäre

"Wenn heute ein Mann kein Oligarch ist, stimmt etwas nicht mit ihm. (...) Jeder hätte es schaffen können“, sagt der inhaftierte Ölmagnat Michail Chodorkowski über das Russland der 1990er-Jahre. Wer noch mehr über die Welt und das Denken der Superreichen wissen will, sollte unbedingt zum Buch "O,1 %“ greifen. Autor Hans Jürgen Krysmanski zählt zu den ganz wenigen außenstehenden Beobachtern, die aufgrund jahrelanger Recherche über Überblickswissen über das globale Imperium der Superreichen verfügen. Krysmanski bedient keine Mythen, er ist ein brillanter (linker) Soziologe, der die Geschichte der herrschenden Schicht aufschreibt, die laut der Frankfurter Allgemeinen "niemand zu schreiben wagt“. Wolfgang Zwander

Hans Jürgen Krysmanski: 0,1 %. Das Imperium der Milliardäre. Westend, 287 S., € 20,60

Mit Stil und Witz nach Disneyland

Ein Mann, der einfach gut schreibt. So einer ist John J. Sullivan. Der US-Reporter kommt aber auch vor der Kamera eloquent rüber und gilt in Amerika als Star. Auch hierzulande hat er bereits eine Fangemeinde. Wohl deshalb, weil er macht, was bei uns verpönt ist: Er schreibt lange, subjektive Reportagen, erwähnt darin seine Familie, sich selbst und macht gute Witze. Eine gesammelte Auswahl seiner Texte ist unter dem Titel "Pulphead“ erschienen. Kleines Manko der 16 großartigen Essays über das Christrock-Festival, Axl Rose, Disneyland oder exzentrische Naturforscher: Sie wurden ins Deutsche übersetzt. Und sind deshalb, verglichen mit den Originaltexten, leider nur mehr halb so gut - aber trotzdem allesamt lesenswert.

Hannah schifko

John J. Sullivan: Pulphead. Suhrkamp, 415 S., € 20,60


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