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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Es sollte wohl eine Positiv-Geschichte sein, die sich von der meist negativen Berichterstattung über Asylwerber abhebt. "Der Marokkaner, der mit Bier und Toast statt Drogen handelt“, titelte ein Artikel der Tiroler Tageszeitung, der einen marokkanischen Asylwerber porträtierte, der in Innsbruck ein Lokal führt. Das sei etwas Besonderes, meint die TT: "Nordafrikaner haben in Innsbruck eigentlich nur zwei Alternativen: dealen oder ins Gefängnis.“ Damit bewegt sich die Zeitung im selben Fahrwasser wie die FPÖ. Deren mittlerweile zurückgetretener Innsbrucker Stadtchef plakatierte "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“. Dafür wurde er - nicht rechtskräftig - wegen Verhetzung verurteilt. Jetzt meint auch die TT, in Innsbruck seien Menschen marokkanischer Abstammung per se kriminell. Auch wenn sie sich später entschuldigt hat, trägt sie mit dieser klischeehaften Berichterstattung dazu bei, dass derartige Vorurteile auch außerhalb der FPÖ salonfähig werden. F


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