Im Reich der bissigen Vagina

Feuilleton | Rezension: Nicole Scheyerer | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Schwach in der Malerei, hintersinnig im Objekt: Das Kunstforum zeigt Meret Oppenheim, die Erfinderin der Pelztasse

Als die Künstlerin Valie Export im Jahr 1975 eine Ausstellung mit feministischer Kunst organisierte, schrieb ihr die wesentlich ältere Kollegin Meret Oppenheim (1913-1985) ins Stammbuch: "Kunst hat keine Geschlechtsmerkmale.“ Die Ausstellung "Magna“ in der Wiener Galerie Krinzinger fand damals ohne Oppenheim statt. Nun widmet das Kunstforum der "Dame mit der Pelztasse“ zum 100. Geburtstag eine Retrospektive.

Die Schweizer Arzttochter muss schon sehr selbstbewusst gewesen sein, als sie ihre Berufung zur Malerin 1931 mit dem Schulabbruch besiegelte. Am Beginn der Ausstellung steht das Schulheft, in dem die Gymnasiastin die Gleichung "x = Hase“ notierte und so den Kalkülen der Realität eine Absage erteilte. Künstler wie Alberto Giacometti, Hans Arp und bald auch die Surrealisten besuchten die Autodidaktin ab 1933 in ihrem Pariser Atelier.

Für den Fotografen Man Ray


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige