Himmelsindianer, mit Pinseln bewaffnet

Feuilleton | Panorama: Klaus Nüchtern | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Das Leopold Museum zeigt die ebenso informative wie vergnügliche Schau "Wolken. Welt des Flüchtigen“

W olken gehören in den meisten Weltgegenden zum Alltag und werden entsprechend wahrgenommen: Sie müssen sich schon recht verhaltensauffällig gerieren, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Hinzu kommt, dass sie extrem unbeständig sind. Ihre Identifizierung setzt, wie schon der englische Geistliche und Meteorologe Reverend William Clement Ley (1840-96) wusste, eine Schulung des Auges voraus, "ähnlich derjenigen, welche den Indianer befähigt, die Fussspur eines wilden Thieres auf dem gefallenen Laube zu verfolgen“.

Die systematische Ausspähung des Himmels setzt im beginnenden 19. Jahrhundert, also relativ spät, ein. An ihr sind Künstler, Wissenschaftler und Hobbymeteorologen gleichermaßen beteiligt. Es ist also nur schlüssig, dass die Ausstellung "Wolken. Welt des Flüchtigen“, die pünktlich zu Frühlingsbeginn im Leopold Museum eröffnet hat, in dieser Epoche beginnt.


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