Das neue Album: bluesige Grautöne in allerlei Schattierungen

Feuilleton | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

:: "Willkommen in meiner Welt, treten Sie ein“, singt Dave Gahan zu Beginn des 13. Albums von Depeche Mode. Er lädt jede Silbe mit Bedeutung auf, durchleidet die Worte.

Die Musik dazu ist spröde. Minimalistisch elektronisch, bluesig und frei vom hymnischen Stadionrock, den die Ex-Synthiepopper bei Bedarf auch draufhaben. Mittendrin erzeugen Streicher Dramatik, passend zum Text, der von Tränen und gebrochenen Flügeln spricht. Die folgenden Songs tragen in Beton gegossene Titel wie "Angel“, "Heaven“ oder "Soothe My Soul“; die Seele wird aber nicht beruhigt, sondern aufgewühlt.

Geprägt von Grautönen in allerlei Schattierungen, ist "Delta Machine“ eine ambitionierte, teils etwas melodiearme und angestrengte, über weite Strecken aber ziemlich gute Platte. Deutlich mehr, als man sich von Popsuperstars im 34. Dienstjahr erhoffen darf also. Gerhard Stöger


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