Ein Dekolleté am Horizont

Feuilleton | Rezension: Klaus Nüchtern | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Eine echte Entdeckung: der erstmals übersetzte Roman "Die Fünf“ von Vladimir Jabotinsky

Dieses Buch als "Klassiker“ anzupreisen ist natürlich ein bisschen eine Chuzpe. 1935 erstmals erschienen, sind "Die Fünf“ soeben zum ersten Mal aus dem Russischen übersetzt und damit im deutschsprachigen Raum überhaupt erst dem Vergessen entrissen worden.

Die Chancen, zum "instant classic“ zu avancieren, stehen für Vladimir Jabotinskys Roman freilich nicht schlecht. Zum einen hat die russische Literatur des vergangenen Jahrhunderts gerade eine überraschende Konjunktur, wie die vielbeachteten Übersetzungen von M. Agejews "Roman mit Kokain“ (1936) und Wsewolod Petrows "Manon Lescaut von Turdej“ (1946) belegen (siehe Rezensionen auf Seite 36). Zum anderen sind "Die Fünf“ vom Feuilleton einhellig als grandiose Entdeckung gefeiert worden.

Diesem Lob kann man sich nur anschließen, allerdings mit einer Einschränkung: Gerade angesichts des Umstands, dass diesen Autor bislang so gut wie


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