Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Biolimo Kirsche

Gewagte und weniger gewagte Limos, die erfrischen oder nicht

Stadtleben | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Neuerdings gräbt sich die Sonne in unsere Herzen und schickt damit die innere Schneekönigin zumindest für ein paar Monate ins Exil. Nun ist es auch an der Zeit, um über das überaus wichtige und stark unterschätzte Thema der richtigen Erfrischung nachzudenken. Traurig ist, dass die Geschmacksindustrie dem österreichischen Gaumen wenig Gewagtes zumutet.

Die Ausnahme im letzten Jahr war die Bitterlimonadenserie der Firma Vöslauer, die leider nicht so richtig gelandet ist. Der hiesige Rachen ist im Vergleich zum italienischen beispielsweise weniger entschlossen. Haben Sie schon einmal Chinotto, die Bitterorangenlimonade von San Pellegrino, probiert? Süß und bitter! Fantastico! Wir müssen - seufz! - mit der braven Biolimo von Vöslauer vorliebnehmen. Die hat nämlich eine Limited Edition mit der Geschmacksrichtung Kirsche hervorgebracht. Aber warum auch nicht, die Kirsche ist eine Sympathieträgerin, obwohl sie zumeist weit unter ihrem Wert verkauft wird. Als Geschmackskrönung oder stark verdünnter und gezuckerter Nektar wirkt sie wie eine in die Jahre gekommene Schönheitskönigin.

Es ist eigentlich kaum etwas gegen diese Limonade zu sagen, aber auch kaum etwas für sie: Es ist ein Sound von Kirsche, wenig süß, fast wie ein Near-Water-Getränk. Fade Limonade! Aber nein, was sieht man da: Da wird die Sauerkirsche a.k.a. Weichsel als Kirsche verkauft, mit einem schlappen Fruchtanteil von zwei Prozent. Also wirklich! Richtige Erfrischung schaut anders aus! MS


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