Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Wann ist es genug?

Steiermark | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Pfarrer Karl Tropper hatte keine gute Woche. Seit Jahren hetzt der Gottesmann aus St. Veit am Vogau gegen Homosexuelle und den Islam, außerdem machte er sich über Missbrauchsopfer lustig (Falter 12/13). Doch hatte sich Bischof Egon Kapellari bisher mit mahnenden Worten und Briefen beschieden, lässt er nun aufhorchen: "So geht’s nicht.“ Für Ostern hat Tropper Predigtverbot.

Das ist eine gute Nachricht, allerdings hat es bis dahin sehr lang gedauert. Schon 2011 wurden hetzerische Aussagen Troppers bekannt, wonach "der Koran reiner Rassismus“ sei und man "Muslime nicht integrieren kann“, im Vorjahr huldigte er im Pfarrblatt dem Feindbild Homosexuelle. Heuer war dort gar von "Homo-Perversen“ zu lesen. Doch trotz schon im Vorjahr angedrohter Sanktionen entschied sich Kapellari erst an dem Tag zum Predigtverbot, an dem Tropper in der Kleinen Zeitung auch noch Österreichs Bischöfe als "Versager“ bezeichnete. Tropper geht praktischerweise im August in Pension; fraglich bleibt aber, wie die Kirche in Zukunft mit solchen Ausreißern umzugehen gedenkt.

Ebenso diskutierenswert erscheint das Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Zwei Anzeigen wegen Verhetzung hat sie bereits abgeschmettert - weil der Pfarrer nicht zur Gewalt aufgerufen habe und nur Meinungen der Kirche wiedergebe. Eine eigenartige Begründung - dass angeblich viele Troppers Aussagen teilen, bedeutet ja nicht, dass diese nicht verhetzend wären. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Landes Steiermark, Daniela Grabovac, findet das Vorgehen "besorgniserregend“ und erwägt eine weitere Anzeige. An Deutlichkeit, meint die Juristin, ließen Troppers Äußerungen es ja nicht missen. F


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige