Wo ist das neue Land?

Das V:NM-Festival, ein Festival für improvisierte und Neue Musik, trachtet danach, ausgetretene Pfade zu verlassen

STEIERMARK | Tiz Schaffer | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Es ist die neunte Ausgabe des V: NM-Festivals in Graz. Dahinter steht der Verein V: NM, kurz für Vertrieb Neue Musik. Gegründet wurde er 1996 vom Grazer Musiker Seppo Gründler und dem Wiener Künstler Werner Dafeldecker. Was ursprünglich tatsächlich als Vertrieb gedacht war, entwickelte sich zu einer Plattform und eben dem biennal stattfindenden Festival. Bei diesem findet sich dann nicht nur die österreichische Szene der Freigeister ein, sondern auch internationale Gäste. Unter dem Stichwort "Alpenglow" sind nämlich Vereinsmitglieder voriges Jahr schon zum dritten Mal für einige Tage verreist, um im Ausland den musikalischen Austausch zu suchen. Letztes Jahr wurden Brüder im Geiste im polnischen Wrocław besucht, im Gegenzug werden die Wrocławer heuer beim V:NM-Festival auftreten -die etwas andere Städtepartnerschaft.

Zu sehen sind nun diese Woche rund 20 "musikalische Ereignisse", versprochen wird "Improvisation, Notation, Intuition, Installation, Interaktion und Transpiration". Was auch immer dabei herauskommen mag, eines steht fest: Konzertiert wird in Aufstellungen, die man so zuvor noch nicht gesehen hat. Ein kurzer Überblick über die Teilnehmer: Christian Tschinkel, er hat die Ehre, das Festival mit Günther Albrecht, Elisabeth Schimana (die Frau, die einen Synthesizer besitzt, den sie "Höllenmaschine" nennen) und Noid am 4. April um 18 Uhr in der Grazer ESC zu eröffnen, Helge Hinteregger (der Mann, der seinen Stimmbändern unerhörte Klänge entlockt), Armin Pokorn (ein Könner auf der Gitarre), die Schlagzeuger Franz Schmuck und Josef Klammer, der Bassist Matija Schellander und der Saxofonist Martin Zrost. Nicht zuletzt sind Franz Hautzinger an der Trompete oder Burkhard Stangl an der Gitarre wie auch der Pianist Heimo Puschnigg oder die Violinistin Mia Zabelka sicher einem breiteren Publikum bekannt.

Und da es ja um das Zusammenspiel geht, sind Soloauftritte rar, Quartette, Quintette und Sextette bevorzugt. Was die neu beschrittenen Wege betrifft: "Manche mögen sich als Königsweg erweisen, andere vielleicht als Holzweg", so die Veranstalter.

V:NM-Festival, Graz, 4.-7.4.


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