Theater Kritiken

Treppenwitze à la Gogol: "Der Revisor" fast forward

LEXIKON | WK | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Der Regisseur Thomas Schulte-Michels fasst sich gern kurz. Die "Drei Schwestern" dauerten bei ihm nur knapp zwei Stunden, der "Puntila" anderthalb. Für Nikolai Gogols "Der Revisor" braucht er jetzt überhaupt nur 80 Minuten. Die Komödie (1836), in der ein vermeintlicher Revisor von den Honoratioren einer Provinzstadt mit Schmiergeld zugeschüttet wird, ergießt sich im Volkstheater wie ein Wasserfall über eine große steile Treppe (Bühne: Schulte-Michels) in Richtung Zuschauerraum. In malerisch verdreckten Kostümen (Tanja Liebermann), clownesk geschminkt und mit atemberaubendem Tempo jagen die Schauspieler (besonders komisch: Rainer Frieb als stotternder Postmeister) durch den Text. In ihrer comichaften Stilisierung hat die Inszenierung auch etwas Ermüdendes, aber bevor es fad werden könnte, ist der Spaß ja auch schon wieder vorbei.

Volkstheater, Do 19.30


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