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Das Verhältnis von Wirtschaft und Ethik

Lexikon | aus FALTER 13/13 vom 27.03.2013

Die Simon-Wiesenthal-Vorlesung "Topf und Söhne. Die Ofenbauer von Auschwitz" von Annegret Schüle beschäftigt sich diesmal mit der Frage, wie ganz normalen Firmen ihr Knowhow dem fabrikmäßige Morden in den Todesfabriken von Auschwitz zur Verfügung stellten. Bis heute ist nur eine von zwölf Firmen erforscht, die die Krematorien in Birkenau errichteten: der Familienbetrieb J. A. Topf & Söhne in Erfurt. Betriebsgeschichte, Unternehmenskultur und Biographien von Geschäftsführern und Mitarbeitern werden beleuchtet. Irritierend ist der Befund, dass weder Ideologie noch Profit die zentralen Motive darstellten und auch Zwang keine Rolle spielte. Die exemplarische Verbindung von Menschheitsverbrechen und Berufsalltag wirft die Frage nach dem Verhältnis von Wirtschaft und Ethik in der Vergangenheit und in der Gegenwart auf.

Haus-, Hof-und Staatsarchiv, Do 18.30


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