Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Es ist Karfreitagmittag, und eigentlich hätten drei von vier Redakteuren des Feuilletons, das sich fest in lutheranischer Hand befindet, an diesem hohen Feiertage frei. Wir könnten also zu Hause sitzen und uns an einer schönen Pökelzunge mit Erbsenpüree und Krensauce gütlich tun (wir Protestanten dürfen das). Weil aber Protestanten bekanntlich auch über das entsprechende Ethos verfügen und der Katholik am Ostermontag bekanntlich keinen Finger krumm macht, der Falter also schon am Karfreitag finalisiert werden muss, sind alle da. Besonders da ist Wolfgang Kralicek, der nicht nur die Coverstory schreibt, sondern auch die Buchseite vollmachen und tausend andere Dinge tun muss und aus diesem Grund ein itsybitsyteenyweeny unrund ist, zumal er ja eigentlich zu Hause bei Pökelzunge und Erbsenpüree sitzen und die Bach’schen Osterkantaten in der Einspielungen von Nikolaus Harnoncourt, Ton Koopman, Neville Marriner und Hans-Joachim Rotzsch miteinander vergleichen könnte.

Immerhin: Als kleinen Trost gibt’s Karfreitagstorte. Die hat eigentlich das Team des Café Rüdigerhof vorbeigebracht, um uns frohe Ostern zu wünschen, was ein sehr schöner und nachahmenswerter Zug,* aber weder katholische noch protestantische Tradition ist. Es gibt allerdings schon zahlreiche Trittbrettfahrer, die behaupten, heute Geburtstag zu feiern und die Torte von Verwandten geschickt bekommen zu haben.

* Was die Redaktion wirklich bräuchte, wären Espressotassen, Saftgläser, Besteck aller Art, Eierharfen und Minzestößel für die Mojito-Zubereitung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige