Wir nehmen nur Kaesch

Reportage: Martina Madner | Politik | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

In der Krise besinnen sich viele Menschen wieder auf das Teilen und Tauschen - auch in Wien

Kersten Kloser tauscht selbstgenähte Schals aus indischen Stoffen gegen 180 Kaesch. Ihre Jersey-Strick-Armbänder bietet sie um 30 Kaesch an. Dazu kommen eingelegter Kürbis mit Senfkörnern und Zucchini-Gemüsegläser vom selbstbestellten Feld im Süden von Wien: 35 Kaesch pro Glas. "Vorläufig tausche ich nur eingelegtes Gemüse, nach dem Sommer gibt’s auch frisches“, sagt Kloser, 29, Floristin und Musikerin im Brotberuf.

Es ist kein normaler Markt, bei dem Kloser und andere ihre Waren feilbieten, hier in der Wohnhausanlage Kabelwerk in Meidling. Es ist eines von vier jährlichen Treffen des Tauschkreises Kaesch. Alle, die hier auf dem eigens eingerichteten Marktplatz tauschen, sind eingetragene Mitglieder. Bezahlt wird in einer sogenannten Komplementärwährung, eben in Kaesch.

Gegründet wurde der Tauschkreis im Jahr 2009. Er ist einer von rund 30 in Österreich, bei dem Dienstleistungen und

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