Wieder gelesen 

Bücher entstaubt

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Die Herzl-Dozenturen im Picus Verlag

Man kann, wenn man spöttisch sein will, den Wiener Publizistikprofessoren ja vieles vorwerfen; etwa dass sie eine Masse von Absolventen auf den Markt werfen, die dann "irgendwas mit Medien“ machen wollen und als PR-Leute Journalisten mit "Liebe MedienpartnerInnen“ anreden.

Hannes Haas trotzt diesem Spott. Er ist einer jener Wissenschaftler, die sich nicht scheuen, Kontakt zu Journalisten aufzunehmen, um deren Wissen an die Universitäten zu bringen.

Haas betreut zu diesem Behufe seit Jahren die "Theodor Herzl-Dozentur“ für "Poetik im Journalismus (auch der Autor dieser Zeilen war 2010 Vortragender im Rahmen dieser Reihe).

Manche Dozenten haben ihre Vorlesung verschriftet, und die daraus im Picus-Verlag entstandene Reihe kann sich sehen lassen. Der mittlerweile verstorbene SZ-Journalist Heribert Riehl-Heyse räsoniert über die Verantwortung des Journalismus, Falter-Autorin Sibylle Hamann und die Kriegsreporterin Antonia Rados geben völlig unterschiedliche Einblicke in die Abhängigkeiten von Kriegsreportern, Alice Schwarzer erzählt über feministischen Journalismus und der SZ-Innenpolitikchef Heribert Prantl führt den Leser in die Welt des Kommentars.

In Summe geben die schmalen Bände mit angeschlossenen Texten der Autoren einen gelungenen Einblick in das Schaffen, Denken und Handwerk österreichischer und deutscher Journalisten. Eine kurzweilige Lektüre, nicht nur für Publizisten.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige