Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Ob er jetzt noch einen "kleinen Schwarzen“ bestellen dürfe, sagte einer der Polizisten in der Krimiserie "Cop Stories“ (Dienstag, 20.15 Uhr, ORF eins). Er wollte sich damit über den politisch korrekten Sprachgebrauch lustig machen, der ihm, dem notorischen Rassisten, von wohlmeinenden Kollegen empfohlen wurde. Der Umgang der Exekutive mit den Problemen der Migration ist das Leitmotiv der neuen Produktion, die in Wiens Multikultibezirk Ottakring spielt.

Die Serienmacher orientieren sich dabei offensichtlich an dem Vorbild "Tatort“, das ebenfalls Verbrechen als Vorwand verwendet, um gesellschaftspolitische Themen zu erzählen. Das Blut fließt meist nur kurz, dann beginnt schon die Ermittlung über die kulturelle Konstruktion Ehrenmord oder Queerness im Fußball. Die Cops von Kreuzberg bis Ottakring müssen nicht zum Schieß-, sondern zum Diskurstraining. So macht Morden doch keinen Spaß mehr.


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