Kein Knödelfest ohne Kamera!

Feuilleton | Werkporträt: Michael Omasta | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Das Filmmuseum würdigt das Schaffen des 90-jährigen litauischen Filmers Jonas Mekas

Manchmal muss er seinen Freunden und Bekannten furchtbar auf die Nerven gegangen sein. Denn egal, wo oder wann, ständig lief Jonas Mekas mit seiner Kamera herum und nahm auf, wer immer ihm vors Objektiv kam. Er filmte vor sich hin, als schriebe er Tagebuch. Und in der Regel setzte er sich erst Jahre später an den Schneidetisch und machte einen Film daraus.

"Jonas hat in seinen Hauptwerken den Film wirklich so personalisiert, wie auch Dziga Vertov es nicht vermocht hatte“, sagt der Wiener Avantgardefilmer Peter Kubelka über seinen alten Freund Mekas. "Jeden Tag hat er gefilmt und tut es noch heute; er war der Mann mit der Bolex.“

Durch die Filme von Jonas Mekas betrachtet wirken die 1960er- und 1970er-Jahre wie ein einziges Happening. Ein frühes Tableau, "Award Presentation to Andy Warhol“ (1964), zeigt Mekas, der Warhol und dessen Kollegen in der Factory den Preis der Zeitschrift Film Culture für

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