Lachen über Gott und die Welt

Feuilleton | Ausstellungsrundgang: Nicole Scheyerer | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

"Alle meschugge?“ zeigt den Wandel jüdischen Humors im letzten Jahrhundert

Wer sich für jüdischen Humor interessiert, der sei gleich vorweg gewarnt: Vermeiden Sie es, als Nichtjude einem Juden einen jüdischen Witz zu erzählen! Sie betreten damit ein ganzes Minenfeld voller Fettnäpfchen: Falsch ausgesprochene Ausdrücke und fehlendes Hintergrundwissen lauern überall.

"Ich habe es früher oft versucht, aber noch so harmlose Witze haben meine Gegenüber erstarren lassen“, rät selbst der Experte Marcus G. Patka ab, der gemeinsam mit Alfred Stalzer die Ausstellung kuratiert hat.

"Man muss zwischen jüdischem Witz und Judenwitzen unterscheiden“, betont Patka, der einen jüdischen Witz - im Gegensatz zu seiner rassistischen Zerrform - als einen in der Regel selbstironischen Scherz über die eigene Religion, Tradition und Lebenswelt definiert.

Dass die Unterscheidung heikel ist, bewies schon Friedrich Torbergs vernichtende Kritik an dem Bestseller "Der jüdische Witz“. Der Schriftsteller


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