Spaß mit Anne Frank und Adolf Hitler

Feuilleton | Buchkritik: Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

In ihren Roman-Satiren treiben Shalom Auslander und Timur Vermes mit dem Entsetzen Scherz

Worin genau das Spezifische des jüdischen Humors besteht, ist sogar für jene schwer zu sagen, die ihn - wie Paul Chaim Eisenberg - sehr gut kennen. Die Grenzen zwischen jüdischem und antijüdischem Humor würden dabei, wie der Wiener Oberrabbiner in einem Interview mit Profil unlängst meinte, öfter verschwimmen: "Aber da sind wir ein bisschen undemokratisch und sagen: Wir dürfen solche Witze erzählen, die anderen nicht.“ Damit wird die Sache aber keineswegs einfacher, sondern eröffnet das Feld für eine ganz eigene Dialektik, die sich zeitgenössische Komiker längst zunutze gemacht haben.

"Ich darf das, ich bin Jude“, meint der deutsche Komiker Oliver Polak und setzt so das sich aufgeklärt und liberal dünkende, aber auch um Political Correctness bemühte Publikum unter Druck: Entlarvt es sich als klandestin antisemitisch, wenn es auf die Witze des Entertainers einfach ungebrochen mit Gelächter


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