Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Pop

The Strokes: Comedown Machine

Der Durchhaltewille der um 2002 für kurze Zeit einmal wichtigsten Rockband der Welt ist beachtlich. Nach der misslungenen Selbstparodie "Angles“ (2011) probiert sie es nun mit Maskenball. Neben dem distanzierten Gesang von Julian Casablancas und hie und da dem typischen Strokes-Groove tauchen kaum Bekannte aus der Vergangenheit auf. Mal dominieren New-Wave-Anleihen, dann wieder Dream-Pop-Stimmungen in Rufdistanz zu Synthiepop. Manchmal klingt die Band wie Phoenix mit Kater. "Is This It“? Nein, aber es hätte schlimmer kommen können. (Sony) sf

Rock

Crime & The City Solution: American Twilight

Unter all den Kapellen, die in den wilden 1980ern im Umfeld von Nick Cave wüteten, ragte Crime & The City Solution um den Sänger Simon Bonney stets heraus. Das Comeback nach 20-jähriger Auszeit gab trotzdem Grund zur Sorge. Von wegen: Braucht’s das wirklich, die alten Knacker? Man muss Abbitte leisten. Hochkonzentriert und von Leidenschaft befeuert, zählt "American Twilight“ zu den besten Arbeiten der Band: Intensität ohne Kraftmeierei, Dramatik ohne Effekthascherei und Schönheit ohne Kitsch, verteilt auf acht großartige Songs. (Mute) gs

Jazz

Rudresh Mahanthappa: Gamak

Der US-Jazzer mit indischen Wurzeln hat ganz offensichtlich keine Lust, sich oder seine Zuhörer zu langweilen: Er liebt es, mit der Tür ins Haus zu fallen. Die insgesamt elf Eigenkompositionen sind fast alle Uptempo-Stücke und halten sich mit umständlichen Intros erst gar nicht auf. Schnell ist ein Groove etabliert, über den der Altsaxofonist mit dem angriffigen Sound seine 32stel-Kaskaden niederregnen lässt. Zum Headbanging ist diese äußerst vitale Musik dennoch nur begrenzt geeignet - dazu schlagen die komplexen Stücke einfach zu viele Haken. (Act) KN


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