Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (108)

Stadtleben | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Herrn B. werden über sein Fenster zum Hof ungefragt Blicke in die Küche seiner Nachbarinnen geschenkt. Ihn interessiert nun die Etikette: Darf er grüßend nicken oder muss er die Frauen ignorieren, da der Blick illegitim ist? Und: Darf man durch den Fensterblick gewonnene Informationen im Smalltalk verwenden?

Fragen zum Thema Nachbarschaft erreichen das Falter-Anstandsstübchen häufig. So eng kommt man halt selten zusammen. Nun ist es so: Wer nicht gesehen werden möchte, schafft sich Jalousien an. Wenn Sie, werter Herr B., nicht dauerhaft das Leben Ihrer Nachbarinnen von Fenster zu Fenster verfolgen (und wir wollen Ihnen jetzt nicht unterstellen, ein Spanner zu sein), steht es Ihnen frei, über den Hof zu grüßen. Schließlich sind Sie nicht unsichtbar. Länger in die Küche vis-à-vis zu starren hingegen ist unschön. Was dort gekocht wird, soll kein Smalltalk-Thema sein.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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